Braustube Salterberg, Hamm an der Sieg, DEU

Braustube Salterberg, Hamm an der Sieg, DEU

Braustube Salterberg, Hamm an der Sieg, DEU

„Brauer gesucht!“ so klingt ein Notruf durch Hamm, denn es besteht die Gefahr, dass das Hämmscher Bier immer knapper wird und irgendwann vielleicht gar nicht mehr zu kriegen sein wird. Für den Liebhaber von regionalen Bieren ein echtes Alarmsignal. Wie kann das sein?

Nun, viel kriminalistischer Spürsinn ist nicht notwendig, um dem Grund auf die Spur zu kommen – wie Dieter Salterberg von der Braustube Salterberg selbst sagt: „Man kann halt nicht auf zwei Hochzeiten tanzen!“ So einfach ist das.

Aber der Reihe nach!

Mitten in Hamm an der Sieg, nur wenige Schritte vom Geburtsthaus Friedrich Wilhelm Raiffeisens, dem heutigen Raiffeisenmuseum, entfernt, steht ein uraltes Fachwerkhaus mit einem Anbau und zwei kleinen Nebengebäuden in zweiter Reihe. Ein hübsches Ensemble, in dem man sich sofort eine urgemütliche, kleine Kneipe vorstellen kann, und diese – natürlich! – am besten mit eigener Brauerei.

Und genau das entsteht hier vor Ort gerade. Dieter Salterberg baut die kleinen Häuschen um zu einer Gaststätte mit Brauerei und Ferienwohnung. Und wie sich das gehört, hat er sorgfältig über die Reihenfolge nachgedacht, in der er das macht, und mit der Brauerei begonnen. Seit geraumer Zeit gibt es also schon Hämmscher Bier – leckeres, schön hopfiges und herbes Helles, aber auch Spezialbiere mit spannenden Rezepturen, die das Reinheitsgebot auch schon mal geflissentlich ignorieren, dafür aber mit leckeren Aromen und Geschmäckern aufwarten.

Vollständiger Artikel:
http://brunnenbraeu.eu/?p=1953

Münchner Bierinseln

Hinter diesem tiefsinnigen Titel steckt eine hervorragende Idee neue Biere und lokale Bierstätten zu fördern. Am Sa, den 26.7.2014 fand die erste “Münchner Bierinseln” statt. Die Veranstaltung präsentierte 22 Lokalitäten, die wiederum 14 Brauereien boten, die der aktuellen Craft-Bier-Szene zugehörig sind. Für einen Beitrag von 5 Euro konnten in jeder dieser Lokalität drei Biere verkostet werden.
Schirmherr der Veranstaltung war Georg Schneider, Eigentümer der Schneider Brauerei, und einer der großen Förderer einer neuen Bierkultur in Deutschland. Reizvoll für eine solche erste Veranstaltung ist die bayrische Metropole und ausnahmsweise nicht das sonst so trendige Berlin. Kampagne für Gutes Bier e.V. hofft, dass diese Veranstaltung in anderen Städten schnell Nachahmer findet.
Eine Lokalitätenliste findet sich unter Münchner Bierinseln (hier die Homepage der Veranstaltung).

Ratsherrn – Hamburger Lieblingsbox

Wer bisher die neuzeitliche Hamburger Ratsherrn-Brauerei immer noch nicht kennengelernt hat, dem wird mit der “Hamburger Lieblingsbox” ein Einstieg diesen Sommer sehr schmackhaft gemacht. Diese 4er Box beinhaltet vier gängige Ratsherrn: Rotbier, Pale Ale, sowie deren Lager und Weissbier.
Die Biere im Einzelnen:
Rotbier (5,2%): Hopfensorten Herkules, Tradition, Saphir – bietet eine markante Bittere (sicherlich durch die “Hochalpha-Sorte” Herkules), erinnert an ein gutes Alt.
Lager (5,4%): Hopfensorten Hallertauer Mittelfrüh, Hersbrucker Spät, Tradition, Herkules – ein Bier mit “Kellerhopfung” (laut Etikett) – bietet ein erkennbares “Zigarrenaroma”, wie es beim Kölsch der Brauerei zur Malzmühle auch gut zu erkennen ist
Pale Ale (5,6%) – Herkules, Tradition, Cascade, Saphir, Hallertauer Mittelfrüh – erkennbar “U.S. amerikanisch”, sicherlich durch die Hopfensorte Cascade
Weissbier (5,4%) – Hallertauer Mittelfrüh, Herkules, Tradition, Saphir, Topaz – Weissbier generell ist nicht dafür bekannt ein markantes Hopfenaroma aufzuweisen, hier schon.

Die Ratsherrn Brauerei nutzt diverse Ansätze, damit Verbraucher die Biere als qualitative Produkte wahrnehmen. Einerseits bieten die Rückenetiketten viel historische Referenzen, bzw. es werden Parallelen zu Hamburgs Brautradition und den Bieren gezogen. Andererseits ist das Gesamtimage der Brauerei mit den vielen neuzeitlichen Referenzen klar progressiv ausgerichtet. Markant ist auch, wie viel Wert auf die Kommunikation der Hopfensorten gelegt wird – wichtige Angaben, die bei so vielen anderen Bieren in Deutschland nicht erkennbar sind.

Brauhaus Dammenmühle, Lahr, DEU

Brauhaus Dammenmühle, Lahr, DEU

Brauhaus Dammenmühle, Lahr, DEU

Das deutsche Wort „Gemütlichkeit“ gilt gemeinhin als nur schwer in andere Sprachen übersetzbar. Zu viele Facetten vereinigt es in sich, zu oft widersetzt es sich einem Versuch einer Definition allein deswegen, weil selbst der erfolgreiche Nachvollzug einer unendlich langen Liste von Rahmenbedingungen (Wärme, Rustikalität, Idylle, Menschlichkeit, Atmosphäre, Ländlichkeit, Bequemlichkeit, etc.) am Schluss immer irgendeinen vermeintlich winzigen Randfaktor vernachlässigt hat und sich das Gefühl echter Gemütlichkeit nicht einstellen mag. In Diskussionen mit Menschen, denen die deutsche Gemütlichkeit nicht aus eigener (Reise-) Erfahrung bekannt ist, endet man somit im Gespräch oft mit dem hilflosen Satz: „Ja, so ungefähr, aber da fehlt noch was, das ist es noch nicht ganz!“

Am besten, man nimmt den Fragenden an die Hand und sucht eine Lokalität auf, die einfach „gemütlich“ ist, und hofft, dass der Funke überspringt, dass sich das Gespür für Gemütlichkeit von selbst entwickelt und so eine verbale Präzisierung des Begriffs überflüssig wird.

Eine gute Lokalität, um Gemütlichkeit zu erläutern und erlebbar zu machen, ist das Hotel mit Brauhaus Dammenmühle in Lahr am Fuße des Schwarzwalds. Bereits nach dem Abstellen des Autos auf dem Parkplatz fühlt man sich in einer Postkartenidylle – ein durchaus großes Gebäude, aber durch seinen Stil und seine aufgebrochenen Winkel kleinteilig und urig wirkend. Ein gemütlich plätscherndes, gluckerndes Bächlein, dahinter ein schattiger Biergarten am Ufer des hauseigenen Sees, der zu einer kleinen Bootsfahrt lockt. Ein zweiter Biergarten im Innenhof mit gepflegten Blumen und Büschen und einem sich langsam drehenden Wasserrad. Fachwerk, knirschender Kies, viel Holz. Freundliche Bedienungen, zwitschernde Vögel, und in den Gehegen rund um die Dammenmühle jede Menge Getier.

Vollständiger Artikel:
http://brunnenbraeu.eu/?p=1920

ArtMalté – Petite fabrique de bières artisanales, Annecy, FRA

ArtMalté – Petite fabrique de bières artisanales, Annecy, FRA

ArtMalté – Petite fabrique de bières artisanales, Annecy, FRA

Eine bezaubernde kleine Brauerei mit zwei nicht minder bezaubernden jungen Damen, die als Brauerin und Praktikantin das Bier produzieren, abfüllen, verkaufen – das ist ArtMalté in Annecy.

Gemälzte Kunst, so würde man den Namen der Brauerei wohl ins Deutsche übertragen können, und als Künstlerin scheint sich Chefin Stéphanie Altermatt auch zu verstehen. Eigentlich Lebensmittelingenieurin im Bereich angewandte Mikrobiologie, hat sie sich schon immer zum Bier hingezogen gefühlt und irgendwann den Schritt gewagt, eine kleine Brauerei zu gründen. Der Weg begann, wie so oft, mit dem Hausbrauen in der Küche in der 50-l-Klasse, aber mittlerweile hat Stéphanie es endlich geschafft, einen Ort zu finden, „an dem sie ihre Töpfe zur Schau stellen kann“, wie sie selbst sagt.

Bei den „Töpfen“ handelt es sich um eine Anlage der italienischen Firma Velo aus Altivole. Blickfang der Brauerei ist der kugelige Maischebottich aus Kupfer, der auf einem Edelstahlfundament ruht. Ergänzt wird er durch mehrere Edelstahlgeräte, unter anderem einen kleinen Whirlpool und mehrere Gär- und Lagerbehälter. Wie Stéphanie selbst sagt, sind letztere der Engpass beim Brauen – sie könnte mehr Sude fahren, doch die wochenlange Gärung und Lagerung würde die Kapazitäten der kleinen Brauerei rasch sprengen. Aber Qualität hat ihren Preis, und so würde sie um nichts in der Welt die Lagerzeit verkürzen und qualitativ minderwertiges Bier verkaufen.

Vollständiger Artikel:
http://brunnenbraeu.eu/?p=1725