Ausflug- & Ferienhotel Brauner Hirsch SophienhofSophienhofDEU

Ganz oben in den Bergen, mitten im thüringischen Teil des Harzes, nach einer langen und kurvigen Fahrt auf einer winzigen Straße durch die verschneiten Wälder, kurz bevor der Moment kam, in dem man denkt, gleich kommt außer ein paar Loipen überhaupt nichts mehr, taucht zwischen den Bäumen und Wiesen doch noch ein winziges Dörfchen auf – Sophienhof.

Eine Handvoll Häuser nur, kreuz und quer neben der kleinen Straße verteilt. Und mittendrin ein großer Gasthof mit Hotelbetrieb und – einer eigenen Brauerei!

Seit September 2013 wird hier, im Braunen Hirsch in Sophienhof, auf einer spiegelblank polierten Brauanlage eigenes Bier gebraut, zum Ausschank im eigenen Betrieb, aber auch zum Verkauf in Ein-Liter-Flaschen mit Bügelverschluss oder in kleinen Fässern.

MiniaturRappelvoll war das Restaurant am 7. Februar 2015, als wir bei strahlendem Sonnenschein hier einkehrten. Wahre Heerscharen von Tourenskigehern saßen hier, ließen sich das rustikale Essen und das frisch gebraute Bier schmecken, und selbst für nur zwei Personen war es gar nicht so einfach, noch einen Platz zu bekommen.

Neugierig beäugten wir das Sudwerk von Kaspar-Schulz. Hochglanzpoliert, blitzeblankes Kupfer, tipptopp gepflegt – was gäbe das für eine herrliche Augenweide mitten im Gastraum. Aber leider: Das Schmuckstück steht hinter der Theke und ist zudem von einer spiegelnden Glaswand geschützt. Man kann die Schönheit der Technik ahnen, und wenn man ein bisschen hin und her läuft, auch das eine oder andere Detail erkennen. Aber ein umfassender optischer Genuss ist es nicht. Ständig steht man sich – in Form seines eigenen Spiegelbildes – selbst im Weg.

Drei Sorten Bier werden gebraut. Und zwar – meine regelmäßigen Leser ahnen es jetzt schon – das gute, deutsche Standard-Triplett: Hell, Dunkel, Weizen. Seufz!

Fangen wir mal mit dem Weizen an. Untypisch, relativ dunkel, sehr hoch gespundet, aber mit einer sprudelnden Kohlensäure, nicht sehr fein gebunden. Und mit einem intensiven Aroma, das ein wenig an Kümmel erinnert. Dazu Hefenoten wie aus einem unreifen Bier. Hm, nicht wirklich mein Fall. Kann man trinken, muss man aber nicht.

Das Dunkle: Deutlich ausgewogener. Besser gebundene Kohlensäure, gut trinkbar. Leichte Noten vom Dunkelmalz, aber nicht zu intensiv. Bernsteinfarben. Ohne Fehlaromen, aber leider ein wenig dünn. Ein Bier für den großen Durst. Um ihn schnell zu stillen.

Und schließlich das Helle. Schön bitter, kräftig gehopft. Und scheinbar auch ausreichend lange kalt gelagert. Ausgewogen, lecker. Zwar kein exotisches Bier, aber ein gut trinkbares, sehr sympathisches. Und mit einem durchaus eigenen Charakter, nicht so wässrig-kraftlos wie das Dunkle.

Das Essen dazu: Kräftig, rustikal. Große Portionen in ordentlicher Qualität für kleines Geld. Genau das Richtige für Skiwanderer, die müde und ausgehungert hier einfallen. Und für den, der lieber auf Süßes steht: Herrliche selbstgemachte Kuchen. Himbeer, Mandarine, Schmand – Süßmäuler kommen hier auf ihren Geschmack. Zugegebenermaßen, vielleicht nicht die richtige Begleitung zum Bier – aber trotzdem: Herrlich! Allein wegen der Kuchen lohnt sich ein Ausflug in die Berge!

Unter bierigen Gesichtspunkten also keine Offenbarung, aber ein nettes Ausflugslokal mit eigener Brauerei in wunderschöner Landschaft.

Der Braugasthof Brauner Hirsch ist täglich ab 11:00 Uhr geöffnet, kein Ruhetag. Die Anfahrt ist nicht wirklich beschwerlich, zieht sich aber doch ein wenig hin. Und im Winter ist die kleine Straße nur in einer Richtung geräumt – man erreicht Sophienhof nur von Rothesütte aus. Wenn man dann aber da ist, gibt es einen großen gebührenfreien Parkplatz für die Gäste, und wenn man zu viel vom Bier erwischt hat, gibt es hier auch jede Menge Zimmer, um zu übernachten.

Bilder

Ausflug- & Ferienhotel Brauner Hirsch Sophienhof
Dorfstraße 42
99 768 Sophienhof / Harz
Thüringen
Deutschland

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