Regeln für gutes Bier

Gute Gesetze für gutes Bier
Das Biersteuergesetz und das sog. Vorläufige Biergesetz sind die Gesetzeswerke, die die Bierbranche neben lebensmittelrechtlichen Verordnungen regelt. Diese Gesetze sind nicht in Stein gehauen und sollten im Sinne der Allgemeinheit den notwendigen Anforderungen immer wieder angepasst weden. Gerade das Vorläufige Biergesetz ist, wie der Name schon nahelegt, vom Mangel an verbrauchergerechter Regelung geprägt und verdient in der Zukunft besondere Beachtung, um Verbraucherinteressen wie Angebotsvielfalts, sinnvolle Minimalstandards der Qualität und Qualitätshierarchie gerecht zu werden.

Gute Zutaten für gutes Bier
Das Reinheitsgebot ist ohne Zweifel ein relativ verlässlicher Garant für die Güte der Zutaten und somit des Bieres, aus denen es gebraut wird. Aber Zutaten sollten nicht nur Objekt der kostenseitigen Optimierung darstellen, sondern „Vorbild“ für die differenzierte Güte von Bieren darstellen – gute Zutaten für gutes Bier und bessere Zutaten für besseres Bier.

Gute Herstellung für gutes Bier
Deutschland liebt es technisch und bei dem Streben nach „schneller, heller und blanker“ werden solche Tugenden wie „charaktervoller, außergewöhnlicher und progressiver“ schnell vernachlässigt. Bier ist ein regional prägsames Handwerk und kann und sollte vornehmlich ein Produkt der Kreativität und fachmännischen Fertigkeit sein.

Gute Ausbildung für gutes Bier
Das Streben nach Neuem ist genau der richtige Weg in einer Welt, die immer mehr Heterogenität verlangt, um den übersättigten Konsumenten stets erneut zu reizen. Wenn Lehre und Forschung für das Brauwesen z.B. nur das Ziel der Herstellungsoptimierung verfolgt, dann werden irgendwann alle Biere gleich sein. Somit ist es die Pflicht gerade der Lehre und Forschung, den werdenden Brauern alle erdenklichen Mittel der Herstellungsdifferenzierung mit auf den Weg zu geben.
Bezüglich einer gastronomischen Ausbildung kann der Heißhunger auf Biervielfalt und deren sicherlich vielfältigen Einsatzmöglichkeiten bei Speise und Gastronomie neue Akzente der Wertschätzung setzen.
Die Forschung hat eine besondere Aufgabe nicht nur Optimierungsmechanismen der Ausbildung und Herstellung zur Verfügung zu stellen, sondern einen Selbstzweck darin zu sehen, Vielfalt und Differenzierung von Zutaten- und Herstellungsvariationen zu erforschen und zu fördern.

Guter Handel für gutes Bier
Der Handel ist das wichtigste Verbindungsglied zwischen Hersteller und Verbraucher – hier laufen Wünsche und Angebote zusammen und werden so zufriedenstellend wie möglich erledigt. Hier ist der zentrale Platz, wo sich Heterogenität im Bierangebot manifestiert, bzw. manifestieren sollte, denn des Händlers „Marke“ ist die Differenzierung und Abgrenzung des Angebots gegenüber dem freundlichen Mitbewerber. Tut er dies nicht, reduziert sich der Käuferwunsch naturgemäß auf die eine Größe: Preisminimierung.

Gute Biere für gute Gastronomie
Keine andere Sektion dieser Branche ist vielleicht so abhängig davon, ein Ambiente zu schaffen, an das sich die Verbraucher so freudig zurück entsinnen, dass Sie immer wieder kommen. Das Ambiente ist im Idealfall eine Synthese aus Angebotsprofil und Umgebung – wie sehr im Einklang sind Speise, Getränke und das Interieur einer Gaststätte? Die Profilierung durch charaktervolle und eigenständige Biere und deren Einbindung in das Gesamtkonzept sind wichtige Teile des Erfolges.

Guter Neid gibt gute Biere
Neid ist der Zustand der entsteht, wenn ein anderer mit etwas erfolgreich ist, was ich auch gerne hätte. Guter Neid ist, wenn sich daraus eine Art Vorbildsituation, bzw. eine Situation des Ansporns entwickelt. Dabei ist platte Nachmacherei sehr unkreativ, der Ansatz es anders und besser zu machen erheblich erstrebenswerter.

Ein gutes Image für gutes Bier
Ein gutes Image ist die logische Konsequenz aus einem guten Produkt. Insofern ist es nur logisch bei der Erschaffung eines guten Images mit Überlegungen zu Güte und dem eigenständigen Charakter eines Bieres anzufangen. Jeder Konsument wird letztlich ein Produkt besser schätzen, bzw. einschätzen können, wenn dieser so vollständig wie es geht über das Besondere dieses Produkts informiert wird. Mehr braucht ein Image nicht – sozusagen das Reinheitsgebot des Bierimages.

Gute Kooperation schafft Vielfalt
Wir ziehen alle am selbst Strang (sei es Hersteller, Handel, Gastronomie oder Verbraucherverband): Dem Konsumenten zeitgerecht das zu geben, was er verlangt. Insofern sehen wir uns als Kampagne für Gutes Bier auch nur als eine logische Ergänzung in der Bierbranche. Wenn sich alle einig sind, dass eine gemeinschaftliche Förderung der Erkenntnis, dass Bier ein immer fortwährend interessantes Produkt sein sollte, erstrebenswert ist, dann ist viel gewonnen.

Gute Nachfrage nach gutem Bier
Nachdem die Konsumentenvereinigung auf alle, außer auf sich selbst gezeigt hat – hier der Appell an uns alle Verbraucher: Nur wer Vielfalt nachfragt, schafft es auch seine eigene Welt zu bereichern. So wie wir Menschen niemals aufhören zu lernen, hören wir auch nie auf Neues zu erfahren – das ist beim Bier auch nicht anders, setzt aber unser Streben heraus, auch Neues erfahren zu wollen.

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